«Wir leben, um weiterzukommen und weiser zu werden!»

Auch wenn sich die Figur mit 50 oder 60plus etwas verändert, darf sich Mann und Frau weiterhin modisch zeigen. Susanne Zumbühl ermutigt an ihren Seminaren, die Vergangenheit loszulassen und der Zukunft eine Chance zu geben.

Susanne Zumbühl möchte ihre Kunden vor allem motivieren. In alten Geschichten zu grübeln und ewig Probleme wälzen, ist nicht ihr Ding. Sie selber hat einige Schicksalsschläge erlebt. Umso mehr Mühe hat sie, wenn ältere Menschen deren Vergangenheit nicht akzeptieren und das eigene Verhalten ständig mit der schwierigen Kindheit entschuldigen. „Wir leben um weiterzukommen und weiser zu werden“, ist sie überzeugt. Was vorbei ist, ist vorbei“, doppelt sie nach. Wichtig sei, dass man den Mut aufbringe, sich Hilfe zu holen. Niemand brauche seine Probleme alleine zu bewältigen. Susanne Zumbühl hat diverse Aus- und Weiterbildungen absolviert. Ihr grosses Wissen gibt sie als Coach in privaten Sitzungen oder an Seminaren und Workshops weiter.

Vor allem Männer haben oft nicht gelernt, sich nach eigener Laune anzuziehen
Am 50Plus-Seminar nehmen maximal acht Personen teil. Susanne Zumbühl zieht kleine Gruppen vor, da könne sie bei den einzelnen Personen mehr bewirken. Ihre Kunden seien zum Beispiel Männer, die ein Leben lang im Anzug ins Geschäft gingen und sich dann plötzlich in einer neuen Lebensphase befänden. Sei es, weil sie nicht mehr arbeiteten oder eine ganz neue Tätigkeit verfolgten. Weil sie überfordert seien, ihr äusseres Erscheinungsbild zu verändern, besuchten sie das 50Plus-Seminar. Überfordert teilweise deshalb, weil die Partnerin ihnen jahrelang die Kleider parat legte. Sie hätten nie gelernt, sich nach eigener Laune anzuziehen, gibt Susanne Zumbühl zu bedenken. Sie stünden beispielsweise vor der Frage, ob sie Jeans in ihrem Alter noch anziehen könnten. Susanne Zumbühl stellte jedoch fest, dass die Männer in den letzten 20 bis 30 Jahren modebewusster geworden seien. Falls ein Kunde eine intensive Farb- und Stilberatung wünscht, bietet sie diese Leistung als separaten Kurs à vier Stunden an. Die nachträgliche Entrümplung eines Kleiderschrankes gehört bei diesem Kurs dazu.

Schnittformen müssen sich der zweiten Lebensphase anpassen
Bis zum 30. Altersjahr könnten sich Frauen wie Männer in optischer Hinsicht praktisch alles leisten, sagt Susanne Zumbühl. Solange sie schlank und gesund seien, schöpften sie oft aus dem Vollen, experimentierten mit allen möglichen Kleidern und präsentierten dabei gekonnt ihre körperlichen Vorzüge. Zwischen 40 und 50 werde es meist etwas ruhiger rund um die eigene Garderobe, die modebewussten Leute fänden zu ihrem eigenen Stil und ihren favorisierten Farben. In der zweiten Lebensphase, also nach dem 50. Lebensjahr beginnt sowohl bei den Frauen wie bei den Männern die Abänderung. Sie macht sich unter anderem in Form eines wachsenden Bauches oder weniger attraktiven Kniezonen bemerkbar. Susanne Zumbühl empfiehlt in dieser Lebensphase, die Kleidung den neuen Körperformen anzupassen. Dass die Konfektionen die Problemzonen älterer Menschen nicht berücksichtigten, bemängelt die Fachfrau stark. Noch immer fehle es an modischen Kleidern, die zum Beispiel über reduzierte Taillen verfügten. Gewisse Outfits würden an älteren Menschen lächerlich wirken. Wichtig sei, dass man nicht jeden Modegag mitmache. Stets sich Mann und Frau die Frage stellen, ob er oder sie sich im gewählten Outfit wirklich wohl und authentisch fühlten.

Raum für philosophische Lebensfragen
Allein mit einer optischen Veränderung sei es jedoch noch nicht getan, mahnt Susanne Zumbühl. Stets drehe sich das Innere nach aussen und umgekehrt. Die Fachfrau philosophiert gerne über das Leben. Schon immer habe sie sich für die grossen Fragen interessiert: Weshalb bin ich auf dieser Welt? Weshalb bin ich hier? Während all ihrer Seminare stellt sie genügend Raum für spontane Themen zur Verfügung. Es darf auch gelacht werden. „Ich liebe die Menschen und ich liebe es, mit Ihnen zu arbeiten“, sagt sie. Ihr Antrieb, mit einer positiven Einstellung durch das Leben zu gehen, sei stets vorhanden gewesen. Sie wisse aus eigener Erfahrung, dass man den Moment stets geniessen müsse. Zum eigenen Glück könne sie jedoch niemanden zwingen.

Die innere Ruhe und Gelassenheit finden
Oft beobachtet Susanne Zumbühl bei älteren Menschen Schwermut. Wenn sich Menschen ab einem gewissen Alter nur noch mit sich selber befassten, bestehe die Gefahr von Vereinsamung. Ihr Rezept dagegen ist die Neugier. Zumindest sollten gewisse Dinge ausprobiert werden, auch wenn sie sich langfristig nicht bewährten, sagt sie. Neugier sei das ganze Leben lang wichtig. Für das eigene Wohlbefinden bewährten sich die Meditationsformen wie Yoga oder Diskussionen in Gruppen. Während Männer im Alter meistens noch ein Hobby ausübten, sähe es diesbezüglich bei Frau eher schlechter aus, stellt Susanne Zumbühl immer wieder fest. Frauen würden sich bis 50 oft nur für andere aufopfern. Bei einer Scheidung stünden sie dann plötzlich ziemlich verloren in der Welt da und fielen verständlicherweise in ein Loch. An einem 50Plus-Seminar lernen sie unter anderem, den Fokus auf sich selber zu richten und Dinge für das eigene Wohlbefinden zu tun.

Susanne Zumbühl – Seminare, Imageberatung, Coaching
Sie beschäftigt sich mit Fragen rund um das Berufs- und Privatleben: Wie ziehe ich mich anlassgerecht an? Soll ein Gastgeber auf die Kultur der Gäste eingehen? Die Antworten darauf gibt sie an ihren Seminaren oder Workshop.
Mehr Informationen unter www.susannezumbuehl.ch

Züri-Oberländer,
26. Apr 2017