Wichteln: Was tun, wenn man nicht mitmachen will?

Der Brauch stammt ursprünglich aus Skandinavien, Norddeutschland und Österreich und sah vor, dass in der Adventszeit jemandem heimlich ein Geschenk durch einen Unbekannten zugesteckt wird. Von daher stammt auch der Bezug zum Wichtel, einer nordischen Sagengestalt, die heimlich Gutes tut. Mit der Zeit hat sich der Brauch immer mehr verändert und ist in den letzten 10, 20 Jahren auch zu uns herübergeschwappt.

Generell gilt, dass jeder ein Geschenk gibt und eines erhält. Entweder indem jeder einen Teilnehmer zieht, den er zu beschenken hat. Oder indem man alle Geschenke in einen Topf legt und diese unter den Teilnehmern verlost. Bei den Geschenken steht die Originalität und nicht der Preis im Vordergrund. Darum sollten die Ausgaben für ein Wichtelgeschenk zwischen 5 bis maximal 10 Franken betragen. Nun gibt es Personen, die mit diesem Spiel nicht allzu viel anfangen können. Das kann man auch offen und ehrlich kommunizieren, riskiert allerdings, als Spielverderber dazustehen. Sich elegant aus der Affäre zu ziehen, ist praktisch nicht möglich. Mein Vorschlag ist darum, erst mal in den sauren Apfel zu beissen und einfach mal mitzumachen. Vielleicht gefällt einem die Sache plötzlich. Vielleicht erhält man auch ein Geschenk, dass einen wirklich erfreut. Und falls nicht, schenkt man es bei Gelegenheit an jemanden weiter, der es brauchen kann.

Tagblatt der Stadt Zürich,
5. Dez 2018