Körperpflege im Büro – ist das okay?

«Neulich hat sich ein Arbeitskollege kurz vor Feierabend mitten im Büro mit Parfüm eingesprayt. Und eine Kollegin schminkt sich derweil immer am Arbeitsplatz nach. Ist ein solches Verhalten überhaupt okay?», möchte Gaby T. wissen.

Kurz und einfach gesagt: Nein. Körperpflege gehört zur Privatsphäre und dementsprechend sollte sie gehandhabt werden. Leider kommen solche Dinge immer wieder vor. Ich habe sogar das Gefühl, es nimmt langsam überhand. So habe ich beispielsweise kürzlich eine Person gesehen, die sich im Bus geschminkt hat. Das ist nicht nur unangebracht, sondern sogar gefährlich. Wenn der Busfahrer plötzlich bremst, sticht man sich mit dem Wimpernpinsel ins Auge. Wenn das so weitergeht, kommen demnächst alle im Pyjama zur Arbeit.

Aber ich schweife ab. Egal ob es sich um Haare kämen, Lippenstift nachziehen, Fingernägel streichen oder feilen oder dem Auftragen von Deo, Parfüm oder Haarspray handelt – für all diese Tätigkeiten ist bitte schön die Toilette aufzusuchen. Gerade das Auftragen von Parfüm im Büro ist besonders rücksichtslos. Es wird einem ein Duft aufgedrängt, den man vielleicht gar nicht mag.

Falls also wieder mal jemand in Ihrem Büro Anstalten macht, vor Ihren Augen Körperpflege zu betreiben, dann bitten Sie die Person höflich, dafür das WC aufzusuchen. Anders ist es übrigens, wenn es sich um das Trinken von Kaffee oder das Essen eines Gipfelis am Arbeitsplatz handelt. Das ist zwar auch nicht gerade vorbildlich, aber akzeptabel, da es sich um Ernährung und nicht um Intimpflege handelt. SB­

Tagblatt der Stadt Zürich,
7. Sep 2016